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17.06.2019

Der 17. Juni 1953 ist Geschichte - und darf nicht vergessen werden

Lilly Zörner wurde nach dem Aufstand verhaftet und zu zweieinhalbjähriger Zuchthausstrafe verurteilt.

Ihr ist es wichtig über Geschichte zu berichten, über ihre Erlebnisse in dieser Zeit. Die damals 20jährige lebte in Zschortau und wollte eigentlich an diesem Tag ins Kino.

Zufällig sah sie am 17. Juni viele protestierende Menschen in der Nähe des Bahnhofs, wohl Arbeiter aus Bitterfeld und aus Wolfen. Aus Neugier war sie damals mitgelaufen.

Einige der Demonstranten wurden noch am Abend des 17. Juni festgenommen. Sie wurde nach Anschuldigungen anderer Festgenommener am Folgetag im Bäckereiladen ihrer Eltern verhaftet. Sie soll am 17. Juni eine Rädelsführerin gewesen sein, eine Fahne zerschnitten, ein Plakat heruntergerissen haben. Zuerst zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt, legte, nach ihre Eltern Berufung gegen dieses Urteil einlegten, Hilde Benjamin als Vorsitzende Richterin das Urteil auf zweieinhalb Jahre Zuchthaus fest.

Nach der Wende erfuhr sie aus ihrer Stasi-Akte den Namen ihres damaligen Denunzianten, hat mit ihm gesprochen, ist sich sicher, dass er nicht die Tragweite seines Tuns erfasst hat. Stolz macht Lilly Zörner die Ehrung nach ihrem Zuchthausaufenthalt, als sie mit Blumen in Zschortau empfangen wurde.